Moderne Portfolio-Theorie nach Harry M. Markowitz

"Ein gutes Portfolio ..." "... ist mehr als eine lange Liste von Wertpapieren. Es ist eine ausbalancierte Einheit, die dem Investor gleichermaßen Chance und Absicherung unter einer Vielzahl von möglichen Entwicklungen bietet. Der Anleger sollte daher auf ein integriertes Portfolio hinarbeiten, das seinen individuellen Erfordernissen Rechnung trägt"– formulierte Harry M. Markowitz ( geb. 1927) in seiner Arbeit "Portfolio Selection" (1952), mit der er den Grundstein der modernen Kapitalmarkttheorie legte.

Dafür erhielt er 1990 den Nobelpreis. Der in Chicago geborene Markowitz hatte sich während seiner High-School-Zeit zunächst stark für Astronomie, Physik und Philosophie interessiert. Später entschloss er sich jedoch zu einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium an der Universität von Chicago – und wurde noch während seiner Studienzeit Mitglied der "Cowles Commission for Research in Economics", einer Forschungsgruppe, die dafür bekannt ist, besonders viele Nobelpreisträger hervorzubringen.

Während der Arbeit an seiner Dissertation beschäftigte sich Markowitz mit der Anwendung mathematischer Methoden auf dem Wertpapiermarkt. Er wies nach, dass das Risiko eines effizienten Portfolios kleiner als das durchschnittliche Risiko der einzelnen Wertpapiere ist. Mit anderen Worten: Markowitz machte darauf aufmerksam, dass sich die Risiken einzelner Anlagen durch Portfoliobildung erheblich reduzieren, möglicherweise sogar ausschalten lassen. Für die Ermittlung solch "effizienter Portfolios" entwickelte der Ökonom komplexe Berechnungsmethoden. Seine "Portfolio-Theorie" gibt einem Kapitalanlager also Instrumente an die Hand, die es ihm erlauben, sein Vermögen unter der Berücksichtigung von Ertragserwartungen und Risiken optimal anzulegen. Rational handelnde Anleger richten sich nicht ausschließlich nach dem Ertrag, sondern auch nach dem Risiko einer Anlage.